Archiv für die Kategorie „Portugal“

Einreise – Portugal

Anmerkung

Portugal ist Unterzeichner und Anwender des Schengener Abkommens.

Für Madeira und die Azoren gelten die gleichen Einreisebestimmungen wie für Portugal.

Reisepass

Allgemein erforderlich, muss bei Visumpflicht noch mindestens 6 Monate gültig sein. Besteht keine Visumpflicht, muss der Reisepass während des Aufenthalts gültig sein. Je nach Nationalität darf er abgelaufen sein (Deutschland max. 1 Jahr, Österreich und Schweiz max. 5 Jahre). Ausgenommen sind u.a. Staatsangehörige der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder, die mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen können:
EU-Länder und Schweiz (Ausnahmen: [1] Einen Reisepass benötigen Staatsangehörige von Dänemark, Großbritannien und Irland (Rep.)).

Einreise mit Kindern

Deutsche: Deutscher Kinderausweis oder Personalausweis oder Kinderreisepass.
Hinweis zum Kinderausweis und Kinderreisepass: Es werden keine neuen Kinderausweise mehr ausgestellt. Alte Kinderausweise sind jedoch noch bis zum Ablauf ihrer jeweiligen Gültigkeit nutzbar.

Österreicher: Eintragung im elterlichen Reisepass eines begleitenden Elternteils bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, wenn der Elternteil das Kind begleitet oder Personalausweis oder (Kinder)-Reisepass.

Schweizer:
Identitätskarte oder eigener Reisepass.

Türken: Reisepass.

Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Achtung: Minderjährige Ausländer unter 18 Jahren, die ihren ständigen Wohnsitz in Portugal haben, müssen bei der Ausreise aus Portugal eine Reiseerlaubnis der/des Erziehungsberechtigten mit sich führen.
Hinweis: Die Anforderungen einzelner Fluggesellschaften an die von ihren Passagieren mitzuführenden Dokumente weichen z.T. von den staatlichen Regelungen ab.

Visum

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen:
(a) EU-Länder und Schweiz;
(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengen-Land besitzen.

Transit

Ansonsten visumpflichtige Reisende, die mit dem nächsten Anschluss weiterfliegen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Schengen-Visum

Staatsangehörige von visumpflichtigen Ländern müssen vor der Einreise in den Schengenraum ein Schengenvisum für das Land beantragen, in das zuerst bei der Durchreise durch den Schengenraum eingereist wird. Dieses wird nur bei der zuständigen konsularischen Vertretung des Landes, in dem die Person ihren dauerhaften Wohnsitz hat, ausgestellt. Deshalb werden bei den portugiesischen Vertretungen in Deutschland und Österreich Visa nur noch in Individualfällen ausgestellt.

Visaarten

Kurzzeit-, Transit- und Flughafentransitvisum.

Gültigkeitsdauer

Je nach Visaart und Nationalität verschieden. Transitvisa sind maximal 5 Tage gültig.

Antragstellung

Persönlich bei der zuständigen konsularischen Vertretung im Wohnsitzland des Antragstellers (s. Adressen).

Aufenthaltsgenehmigung

Informationen von der zuständigen konsularischen Vertretung (s. Adressen).

Bearbeitungszeit

Kurzfristiger Aufenthalt: Zwischen 2 und 10 Arbeitstagen.
Längerfristiger Aufenthalt: Mehrere Monate.

Ausreichende Geldmittel

Alle Ausländer, ausschließlich Staatsbürger der EU- und EFTA-Länder (außer Liechtenstein und Schweiz) müssen über eine Geldsumme von 75 € plus 40 € pro Tag verfügen, wenn sie kein gültiges Rück- oder Weiterreiseticket vorweisen und keine bezahlte Unterkunft belegen können. Nähere Informationen bei den konsularischen Vertretungen (Siehe Adressen).

Impfungen

Informationen zu internationalen Impfbescheinigungen, die für die Einreise erforderlich sind, können dem Kapitel Gesundheit entnommen werden.

Einreise mit Haustieren

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen Heimtierausweis (pet pass) und müssen entweder mit einer deutlich erkennbaren Tätowierung gekennzeichnet sein oder als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:
Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden.
Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Kroatien, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann der Heimtierausweis (pet pass), der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

Gesundheitshinweise – Portugal

Vorsichtsmaßnahmen

Landesweit besteht von April bis Oktober das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose sowie die ebenfalls durch Mücken übertragene Krankheit Kala Azar kommen landesweit vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Gesundheitsvorsorge

Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. EHIC-Inhaber wenden sich an das nächstgelegene Gesundheitszentrum (Centro de Saúde).

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Für Arzneimittel muss normalerweise ein Kostenanteil bezahlt werden.

Gesundheitszeugnis

Für Arbeitsaufenthalte wird ein Gesundheitszeugnis (”Health Certificate”) in englischer Sprache verlangt (Formular auf Anfrage über die Botschaft). Für Lissabon gilt dies auch für einen HIV-Test.

Anmerkung

[1] Nur für die Einreise nach Madeira oder auf die Azoren wird von allen Reisenden, die innerhalb von sechs Tagen nach Aufenthalt in von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebieten einreisen und über ein Jahr alt sind, eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber verlangt. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die in Madeira oder auf den Azoren den Transitraum nicht verlassen und nicht länger als vier Tage bleiben.

[2] Wegen der Gefahr möglicher Darminfektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. In den meisten Hotels ist Wasser in Flaschen oder sterilisiertes Wasser aus Trinkwasserhähnen erhältlich. Ist dies nicht der Fall, sollte Wasser vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser zubereiten. Fleisch- oder Fischgerichte sollten nur gut durchgekocht und heiß serviert verzehrt werden.

Land und Leute – Portugal

Essen & Trinken

Meeresfrüchte spielen eine große Rolle in der einheimischen Küche; die Gerichte können jedoch recht kostspielig sein. Suppen, die oft eher Eintopfgerichten gleichen, werden als Hauptmahlzeit serviert. Typisch portugiesische Gerichte sind Sopa de Marisco (Suppe aus Schalentieren mit Wein), Caldo Verde (grüne Suppe aus fein geschnittenem Grünkohl), Bacalhau (getrockneter Kabeljau, der zu über 100 verschiedenen Gerichten verarbeitet wird), Caldeirada (ein Fischeintopf aus neun verschiedenen Fischen, Zwiebeln und Tomaten), Carne de Porco a Alentejana (gebratenes Schweinefleisch mit einer Soße aus Muscheln, Tomaten und Zwiebeln). Beliebte Nachspeisen sind Arroz Doce (Milchreis), Flan (Karamelpudding), Madeira-Pudding und Nuvens (Vanillepudding).

Getränke:
Die portugiesischen Tafelweine sind preiswert. Die bekanntesten Weine sind: Dão und Serradayres (rot), Bucelas und Colares (weiß), Vinho Verde (junger Wein, weiß oder rot). Bica ist eine kleine Tasse sehr starken, schwarzen Kaffees; Galão ein Glas Milchkaffee, und eine Carioca de Limão ist eine Tasse Tee aus Zitronenschalen, der sehr aromatisch und überhaupt nicht sauer schmeckt.

Lissabon: Ob regionale Küche oder internationale Spezialitäten, alles ist zu haben. Vor allem kleine Gaststätten haben immer einige leckere Cozidos (Eintöpfe) zur Auswahl. Bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt sind die Tascas, in denen herzhafte Kost zu niedrigen Preisen serviert wird. Man findet sie vor allem im Bairro Alto. In den Pastelarias, der portugiesischen Version eines Kaffeehauses, kann man auch den süßen Hunger stillen. Sonntags haben viele Restaurants Ruhetag. Da die Portionen generell selbst von ausgehungerten Touristen nicht zu schaffen sind, teilt man sich am besten ein Gericht und verlangt »uma meia dose«. Mittagessen wird von 11.30 bis 15.00 Uhr serviert, Abendessen zwischen 20.00 und 22.00 Uhr. Schlips und Kragen werden nur in den besten Restaurants verlangt. Die Preise sind, verglichen mit anderen europäischen Hauptstädten, günstig. Für den kleinen Hunger zwischendurch kann man auch auf die üblichen Schnellrestaurants zurückgreifen. Wer mit der Fähre über die Tejo-Mündung nach Almada übersetzt, kann sich in den ausgezeichneten Fischrestaurants stärken.

Nachtleben

Nachtklubs und Bars mit Live-Musik in Lissabon sorgen für Abendunterhaltung. Beliebt ist Clavi di Nos in der Rua do Norte (Bairro Alto). Jazzfans kommen im Hot Clube de Portugal auf ihre Kosten (Praça da Alegria). Besonders gefragt unter den Diskotheken war bislang eine umgebaute Fabrik, die Alcântara Mar, in der Rua da Cozinha Econômica. Die Trends ändern sich jedoch wie überall recht häufig. In anderen größeren Städten gibt es ebenfalls ein breites Unterhaltungsangebot, das von Nachtklubs, Theatern, Kinos, Shows und Volkstanzaufführungen bis hin zu musikalischen Veranstaltungen reicht. Der Stierkampf wird von berittenen Toreiros ausgetragen. Die traditionellen Fado-Gesänge können in zahlreichen Restaurants gehört werden (ab ca. 22.00 Uhr). Die Theatersaison ist von Oktober bis Mai. In Estoril, Figueira da Foz, Espinho, Alvor, Vilamoura und Monte Gordo gibt es Spielkasinos.

Einkaufstipps

In Lissabon sind die Geschäfte in der Rua Augusta (Baixa) ideal für ausgedehnte Einkaufsbummel. Der Chiado ist jedoch immer noch die beste Einkaufsgegend. Kacheln, feines Porzellan, Stoffe und Teppiche, Kristallwaren und Schmuck sind schöne Mitbringsel. Kunstgewerbeläden (Artesanatos) bieten hübsche Qualitätswaren. Im Centro de Turismo e Artesanato in der Rua Castilho ist die Auswahl besonders groß. Die Geschäfte schließen im Allgemeinen zwischen 13.00 und 15.00 Uhr, und bleiben bis 19.00 Uhr geöffnet. Wer Antiquitäten mit nach Hause nehmen möchte, sollte in die Rua da Escola Politécnica gehen. Gelegenheitskäufe findet man in der Rua Dom Pedro V. (Bairro Alto), die sich an die Rua da Escola Politécnica anschließt. So richtig kramen und stöbern kann man auf dem sonntäglichen Flohmarkt in der Chão da Feira beim Castelo de São Jorge.

Einkaufstips:
Lederwaren, Kupfergegenstände, Keramik, handbearbeitetes Gold und Silber, Stickereien und Wandteppiche, Holzschnitzereien, Korkprodukte, Porzellan und Geschirr, Kristall- und Glaswaren.

Öffnungszeiten der Geschäfte:
Normalerweise Mo-Fr 09.00-13.00 und 15.00-19.00 Uhr (im Dezember bis 18.00 Uhr), Sa 09.00-13.00 Uhr (im Dezember auch 15.00-19.00 Uhr geöffnet). Einkaufszentren sind 10.00-24.00 Uhr geöffnet.

Sport

Vom Fremdenverkehrsamt sind Broschüren von Hotels und Urlaubsanlagen mit Sportmöglichkeiten erhältlich.

Golf:
Es gibt zahlreiche ausgezeichnete Golfplätze, die auch von Besuchern benutzt werden können.

Publikumssport: Von März bis Oktober werden in den meisten Städten Stierkämpfe veranstaltet. Im Campo Pequeno in Lissabon finden sie jeden Sonntagnachmittag statt. Jedes Jahr werden Golf- und Tennisturniere veranstaltet.

Reiten: In zahlreichen Ferienorten kann man Pferde mieten und Reitunterricht nehmen.

Tennis: Fast alle Städte und Urlaubsorte haben Tennisplätze.

Weitere beliebte Sportarten sind Tontaubenschießen und Squash.

Wassersport: Schwimmen, Wasserski, Segeln und Windsurfen sind die beliebtesten Wassersportarten. Man kann an der Küste oder auf hoher See angeln. An der Algarve kann man das ganze Jahr über Wassersport betreiben, obwohl die Gezeiten im Winter recht gefährlich sein können.

Veranstaltungskalender

Die meisten portugiesischen Festivals finden im Juni statt, u. a. die Feiern zu Ehren der Heiligen Antonius, Johannes und Peter in Lissabon. Erwähnenswert sind außerdem das Internationale Musikfestival der Algarve in Faro, das bereits im Mai beginnt und das beeindruckende Fest der Senhora da Agonia in Viana do Castelo. In Palmela findet man sich im September zum Fest der Weinlese ein. Das ganze Jahr über werden landesweit religiöse Festlichkeiten aller Art begangen. Im Mai und Oktober finden die Wallfahrten zum berühmten Schrein in Fatima statt. Jeden Winter wird das Gulbenkian-Musikfestival veranstaltet. In den Tagen vor Aschermittwoch wird überall Karneval gefeiert.

Febr.-März Fantasporto (Internationales Film-Festival), Douro. Febr. Karneval in Lissabon. März/April Karwoche in Braga. März-Apr. Algarve Open (Golf), Portimao. Mai Internationales Filmfest der Algarve, Portimao. Mai Super Bock Super Rock, Lissabon. Jun.-Aug. Sintra Musik- und Tanzfest, Sintra. Jun. Lissabon Pride, Lissabon. Aug.-Sept. Romaria de Nossa Senhora dos Remedios, Lamego. 31. Dez. Magische Nacht (St. Silvester Festival), Lissabon.

Weitere Informationen erteilt das Fremdenverkehrsamt (s. Adressen).

Sitten & Gebräuche

Umgangsformen: Das Leben der Portugiesen verläuft in ruhigen Bahnen. Althergebrachte Höflichkeit und warmherzige südeuropäische Gastfreundlichkeit sind selbstverständlich.

Kleidung: Legere Bekleidung ist durchaus akzeptabel, Strandkleidung sollte jedoch nicht in Städten getragen werden.

Rauchen: Raucher dürfen in Restaurants, Bars und Diskotheken nur in räumlich abgetrennten Raucherzimmern Tabakwaren konsumieren. Lediglich Lokale, die über weniger als 100 Quadratmeter Fläche verfügen, können das Rauchen wahlweise im gesamten Lokal zulassen oder verbieten.
In staatlichen Behörden, Museen, Zügen, Bussen und U-Bahnen sowie auf Flughäfen und Fähren darf nur in abgetrennten Raucherbereichen geraucht werden.

Trinkgeld:
Zwischen 10-15% in der Gastronomie. Wenn der Kellner das Wechselgeld zurückbringt, lässt der Gast das Trinkgeld liegen. Als äußerst unhöflich gilt es jedoch, Kleinstbeträge wie Zwei- oder Fünf-Cent-Stücke liegen zu lassen. Im Taxi wird der Fahrpreis aufgerundet.

Wirtschaft

Wichtige Wirtschaftszweige
Portugal war ein traditionelles Agrarland, das seit seinem Beitritt zur EU 1986 umfassend industrialisiert wurde. Der Dienstleistungssektor hat inzwischen einen Anteil von rund ca. 66 % am Bruttoinlandprodukt (BIP), die Industrie ca. 29 % und die Landwirtschaft knapp 5,2 % (Stand: 2005). 10 % der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig. Haupterzeugnisse sind Weizen, Mais, Tomaten, Kartoffeln und Weintrauben. Die Landwirtschaft weist nach wie vor einen erheblichen Entwicklungsrückstand im EU-Vergleich auf, was sich in der niedrigsten Produktivität in der EU und weit unterdurchschnittlichen Betriebseinkommen widerspiegelt. Eine Verringerung der landwirtschaftlichen Produktion hat dazu geführt, dass Portugal heute nach jahrelanger Selbstversorgung einen beträchtlichen Teil seines Nahrungsmittelbedarfs aus dem Ausland deckt. Fischfang und Fischverarbeitung sind nach wie vor wichtig, obwohl die Fischanlandungen beständig zurückgehen.
In der Fertigungswirtschaft dominiert die Textilindustrie, die dank beträchtlicher Investitionen zusammen mit der Schuhindustrie für bedeutende Exporteinnahmen sorgt. Weitere wichtige Erzeugnisse sind Kork, Papier und andere Holzprodukte, Maschinen, Fahrzeuge, Elektrogeräte, Chemikalien und Keramik.
Wichtige Einnahmequellen sind der Tourismus (2005 hatte der Tourismussektor einen Anteil von 10 % am BIP) und die Überweisungen der im Ausland lebenden Portugiesen.

Wirtschaftslage
Nach dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft im Jahre 1986 hatte Portugal ein starkes Wirtschaftswachstum zu verzeichnen, nicht zuletzt dank erhöhter Investitionstätigkeit aus dem In- und Ausland sowie einer umfassenden Modernisierung der Infrastruktur. 2003 kam es aber zu einer Rezession (-1,3% Wachstum), die auch 2004 nicht überwunden werden konnte. 2005 wuchs das BIP lediglich um ca. 0,3 %.
Die Arbeitslosigkeit sank seit Ende der neunziger Jahre kontinuierlich. Sie stieg aber im Jahr 2003 auf 6,1 % und 2005 mit 7,6 % auf einen vorläufigen Höchststand. 2001 lag sie noch bei 4,5 %.

Wirtschaftspolitik
Die Regierung von Ministerpräsident Sócrates hat seit ihrem Amtsantritt eine Vielzahl von Maßnahmen auf den Weg gebracht, die auf eine Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und eine nachhaltige Belebung der Wirtschaft zielen.
Wichtige Strukturreformen im Gesundheitsbereich, im öffentlichen Dienst und im Bildungs- und Erziehungswesen bleiben eine große Herausforderung für die Regierung.

Handelspartner
Haupthandelspartner sind Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen
EG /EU (01.01.1986), Europarat (22.09.1976), NATO (04.04.1949), OECD (14.09.1960), UNO mit Unterorganisationen (14.12.1955), WEU (14.11.1988)

Umgangsformen

In Geschäftskreisen kommt man oft mit Englisch- oder Französischkenntnissen aus, im Zweifelsfalle sollte jedoch vorher angefragt werden. Visitenkarten werden im Allgemeinen nur in Managerkreisen ausgetauscht. Juli und August sind für Geschäftsreisen nicht zu empfehlen. Geschäftszeiten: Mo-Fr 09.00-13.00 und 15.00-19.00 Uhr.

Kontaktadressen

Portugiesisches Touristik- und Handelsbüro (ICEP)
Schäfergasse 17, D-60313 Frankfurt/M.
Tel: (069) 920 72 60. Fax: (069) 23 14 33.
E-Mail:
Internet: www.icep.de oder www.portugalinbusiness.com

Portugiesische Handelsdelegation und Touristikzentrum
Opernring 1, Stiege R, 2. OG, A-1010 Wien
Tel: (01) 585 44 50. Fax: (01) 585 44 45.
E-Mail: .at
Internet: www.visitportugal.com/Cultures/de-DE/default.html

Portugiesisches Verkehrsamt und Handelsdelegation
Zeltweg 15, CH-8032 Zürich
Tel: (043) 268 87 68. Fax: (043) 268 87 60.
E-Mail:
Internet: www.visitportugal.com/Cultures/de-DE/default.html

Câmara de Comércio e Indústria Luso-Alema (Deutsch-Portugiesische Industrie- und Handelskammer)
Av. da Liberdade, 38-2 Piso, P-1269-039 Lisboa
Tel: (021) 321 12 00. Fax: (021) 346 71 50.
E-Mail: infolisboa@ccila-portugal.com
Internet: www.ccila-portugal.com

Assoiação Comercial de Lisboa, Câmara de Comércio e Indústria Portuguesa (Lissaboner Zentrale der Portugiesischen Industrie- und Handelskammer)
Rua das Portas de Santo Antão 89, P-1169-022 Lisboa
Tel: (021) 322 40 50. Fax: (021) 322 40 51.
E-Mail: geral@port-chmabers.com
Internet: www.port-chambers.com

Confederação do Comércio e Serviços de Portugal (CCP) (Handelskammer)
Avenida Dom Vasco de Gama 29, P-1449-032 Lisboa
Tel: (021) 303 13 80. Fax: (021) 303 14 00.
E-Mail:
Internet: www.ccp.pt

Konferenzen/Tagungen

Lissabon ist ein wichtiges Zentrum für Tagungen und Konferenzen. Es gibt das Lisbon Convention Bureau sowie ein großes Kongress- und Ausstellungszentrum für Veranstaltungen mit bis zu 3000 Teilnehmern und das Belem-Kulturzentrum mit Konferenz- und Tagungseinrichtungen für bis zu 1400 Personen. Nach der EXPO ‘98 in Lissabon wurde ein Teil des Ausstellungsgeländes für das Lisbon Exhibition Centre mit 80.000 qm Fläche genutzt. Außerdem wurde der Utopia-Pavillon auf dem Gelände der EXPO ‘98 in eine Mehrzweckhalle, den Atlantic Pavillon, mit 16.500 Sitzplätzen umgewandelt.
Weitere Informationen sind erhältlich von:

Lisbon Convention Bureau
Rua do Arsenal 15, P-1100-038 Lisboa
Tel: (021) 031 27 00. Fax: (021) 031 28 99.
E-Mail:
Internet: www.atl-turismolisboa.pt

Belem Cultural Centre
Praça do Imperio, P-1499-003 Lisboa
(Tel: (021) 361 24 00. Fax: (021) 361 25 00.
E-Mail:
Internet: www.ccb.pt

Die Stadt Porto verfügt über zwei internationale Ausstellungs- und Kongresszentren. Das Porto International Exhibition Centre (Exponor) ist ein Kongresszentrum, das 1000 Personen auf 29.500 qm Platz bietet. Das International Congress and Exhibition Centre (Europarque) verfügt über eine Ausstellungshalle, in der Empfänge und Kongresse für bis zu 12.000 Teilnehmer stattfinden können.
Weitere Informationen sind erhältlich von:

Porto Convention Bureau
Av Inferior a Ponte D. Luis 1, P-53-1 4050 Porto
(Tel: (022) 332 67 51. Fax: (022) 332 6752.
E-Mail: .pt
Internet: www.porto-convention-bureau.pt

Faro

Faro, die Provinzhauptstadt, wurde 1755 durch ein Erdbeben zerstört; nur ein kleiner Teil der Altstadt ist erhalten geblieben. Mehrere Museen, die in verschiedenen Stilen erbaute Kathedrale und die Barockkirche Igreja do Carmo sind die Hauptsehenswürdigkeiten. Schön ist eine Bootsfahrt durch das Feuchtgebiet des Parque Natural da Ria Formosa, bei der man zahlreiche Vogelarten beobachten kann. Die Marktstadt Loulé ist berühmt für ihre ausgezeichneten Lederwaren und Kupferartikel. Albufeira ist der wohl beliebteste Badeort der Algarve und im Sommer ziemlich überlaufen. Die Altstadt besteht aus engen Gässchen und terrassenförmig zum Meer hinunterreichenden Häuschen. Der geschäftige Fischerort bietet zahlreiche Cafés, Restaurants, Boutiquen und Diskotheken. Auf der alten Festung (16. Jh.) kann man eine Kleinigkeit essen und dabei den schönen Ausblick genießen. Das Fischerdorf Armação de Pêra liegt an einem der längsten Strände der Algarve. Silves hat alte Stadtmauern und eine sehenswerte Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Die Burg erinnert an die lange maurische Herrschaft. Im Museu Municipal de Arqueologia kann man Ausstellungsstücke aus dieser Zeit betrachten. Der Hafen des alten Fischerdorfes Carvoeiro ist äußerst malerisch. Portimão ist eine der größten Hafenstädte an der Algarve und bekannt für Möbel und Korbwaren. Der Kurort Monchique hoch in den Bergen wurde schon von den Römern aufgesucht. Überall locken kleine Läden, in denen vor allem auch die schönen Kunsthandwerksartikel angeboten werden, für die das Städtchen berühmt ist. Ganz in der Nähe, auf dem über 750 m hohen Picota, erwartet Besucher eine wundervolle Aussicht. In Lagos kann man historische Schiffswerften besichtigen oder in Straßencafés sitzen. Dieser Ort hat sich zum Zentrum des Rucksack-Tourismus entwickelt. Es gibt einige Kirchen zu besichtigen, darunter die Igreja de Santa Maria und die Kapelle des Heiligen Antonius. Ein Erlebnis ist der Wochenmarkt. Die Innenstadt ist von Neubauten verschont geblieben, und es macht Spaß, durch die alten kopfsteingepflasterten Sträßchen zu laufen. Im Sommer ist das Nachtleben rege. Sagres ist ein winziges Dorf mit einer Festung aus dem 17. Jahrhundert; die felsige Küste ist hier ideal für den Hummerfang. Cabo de São Vicente ist der südwestlichste Punkt des europäischen Festlandes. Die gesamte Costa Vicentina ist ein Schutzgebiet. Im Südwesten der Algarve befinden sich einige der schönsten Strände der Provinz. Auch das Hinterland hat seine Reize, zumal hier der Tourismus noch nicht in dem Maße Einzug gehalten hat wie sonst in der Algarve. Die Städte und Dörfer haben hier einen ganz eigenen Charakter, und die Wiesen sind voll bunter Blumen. In São Brás de Alportel gibt es ein kleines Volkskunstmuseum, in dem regionale Trachten ausgestellt sind.

Die Algarve

Die Algarve liegt im Süden Portugals am Atlantik; die herrliche Küstenlandschaft zieht sich westlich von der spanischen Grenze bis hin zum Cabo de São Vicente. Die Strände erstrecken sich über eine Länge von über 250 km und gehören zu den saubersten in Europa. Zwischen verschiedenfarbigen Klippen und bizarren Felsformationen liegen versteckte kleine Sandbuchten. Große Hotels, Spielkasinos, Sportanlagen und zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten vermitteln eine internationale Atmosphäre. Es gibt Feriendörfer für den Familienurlaub und zahlreiche Campingplätze. Alle Hotels, Apartment- und Villenanlagen haben den in Portugal üblichen hohen Standard. Trotz der modernen Hotelkomplexe und Feriensiedlungen findet man in dieser beliebten Urlaubsregion auch heute noch historische Städte und hübsche Marktflecken, einsame Strandfreuden und beeindruckende Naturerlebnisse. Typisch für die Algarve sind die vielen Mandelbäume, deren weiße Blüten schon im Februar den Frühling ankündigen. Am späten Abend verlassen von Laternen beleuchtete Boote die Häfen zum Fischfang, der für die Bewohner dieser Region weiterhin eine sehr große Rolle spielt. Es gibt über 30 Golfplätze. Man kann auch Tennis oder Squash spielen, reiten und jede Wassersportart ausüben.

Abrantes

Abrantes wird von einer Burg überragt, von der man einen herrlichen Blick hat. Im Städtchen Sardoal scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Castelo de Bode am Südende eines großen Reservoirs, knapp 15 km von Tomar entfernt, bietet gute Fischgründe. Santarém liegt auf sieben Hügeln und gewährt einen schönen Blick auf die fruchtbare Ribatejo-Ebene. Erwähnenswert sind die zahlreichen Kirchen, darunter vor allem die anmutige Igreja de Marvila und die Kathedrale. Wunderschön ist auch die gotische Igreja da Graça mit der eindrucksvollen Fensterrosette. Die ältesten Stücke des Archäologischen Museums stammen aus der Römerzeit. Durch die Portas do Sol tritt man in einen wundervollen Garten mit Ausblick auf den Tejo und die weite Ebene des Ribatejo. Die Region Alentejo liegt auf dem Weg von Lissabon Richtung Süden zu den Stränden der Algarve. Mit alten Korkeichen und Oliven bewachsene Ebenen prägen das Landschaftsbild. Kaum jemand weiß, dass die zahlreichen Dolmen und Menhire der Gegend älter sind als die ungleich bekannteren in der Bretagne. Eine Broschüre, in der die Standorte verzeichnet sind, ist u. a. vom Verkehrsamt in Évora (s. u.) erhältlich. Der Dolmen von Zambujeiro ist der größte der Iberischen Halbinsel. Weitere Reize dieses beschaulichen Landstrichs sind die vielen mittelalterlichen Städte und die interessanten Ruinen aus der Römerzeit. Die Unterkunftsmöglichkeiten sind allerdings noch recht begrenzt. Eine der schönsten Städte der für ihre Töpferwaren bekannten Region ist das Kulturzentrum Évora, das zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde. Eine Vielzahl schöner Bauwerke erwartet den Besucher, darunter der Römische Tempel und das Museu de Évora gleich gegenüber, das im ehemaligen Erzbischöflichen Palais untergebracht ist (Skulpturen und Gemälde). Sehenswert ist auch die in der Renaissance erbaute Jesuitenuniversität. Die Kathedrale wurde nach 64 Jahren Bauzeit 1250 fertiggestellt. Die Wände im Gebäudeinneren schmücken die vielleicht schönsten Azulejos ganz Portugals. Estremoz ist ein bunter Marktflecken mit steilen, von weißen Häusern gesäumten, Gässchen. In Monsaraz unweit der spanischen Grenze ist das maurische Erbe unverkennbar. Die Hauptstraße verläuft vom Stadttor hinauf zur Burg (13. Jh.). Vila Viçosa erfreut das Auge durch seine von Orangen- und Limonenbäumen eingefassten Straßen und Esplanaden. Der grandiose Paço Ducal, das Fürstenpalais, war seit seiner Fertigstellung 1601 Sommerresidenz der portugiesischen Könige. Der alte römische Bade- und Kurort Castelo de Vide ist eine der reizvollsten Städte Portugals. Eine Burg thront über der Stadt und bietet einen unvergesslichen Blick auf die Dächer des Ortes und weiter auf Berge und Wälder. Das alte jüdische Getto, das Judiaria, besteht aus winzigen verzweigten Gässchen mit Kopfsteinpflaster. Am Platz des Dom Pedro V. mit seinen prächtigen Villen gilt es, die Igreja de Santa Maria zu besichtigen. Marvão klammert sich förmlich an den 850 m hohen Granitfelsen, auf dem es liegt, und ist ganz von einer Stadtmauer umgeben. Zugang erhält man durch das mittelalterliche Stadttor. Auch hier gibt es eine alte Festung, schöne Kirchen und Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Von der Festung hat man eine gute Fernsicht und kann an klaren Tagen bis zur Serra da Estrela sehen.

Planícies

Dieses weitläufige Gebiet im Landesinneren besteht aus den Regionen Cova da Beira, Ribatejo, Alentejo, Monsaraz, Marvão, Moura und Monsanto. Überall in diesem fruchtbaren Agrargebiet kann man typische portugiesische Dörfer finden. Planícies ist die Kornkammer Portugals. Hier wachsen auch die Korkeichen, deren Borke zur Herstellung von Flaschenkorken und anderen Korkprodukten benutzt wird. Zu den Attraktionen dieser Gegend gehören eine Reihe bunter Folklore-Festivals; außerdem gibt es gute Angelmöglichkeiten. Wer Badefreuden genießen will, braucht nicht weit zu fahren. Die Costa Dourada mit den einsamen Stränden von Alentejo ist schnell erreicht.

Lissabon

Lissabon (Internet: www.atl-turismolisboa.pt): Die herrliche Lage macht diese bedeutende Kulturstadt Europas zu einem idealen Reiseziel. Paläste und weiße Wohnhäuser bedecken die sieben Hügel der portugiesischen Hauptstadt. Lissabon hat eine altmodische, stilvolle Atmosphäre und bezaubert durch das Nebeneinander grandioser Plätze und der dunklen, engen Gassen des alten maurischen Viertels. Lissabon liegt an der Mündung des Tejo und hat einen der besten Naturhäfen auf der Iberischen Halbinsel. Eine imposante Hängebrücke überspannt auf 3 km Länge den träge dahinfließenden Fluss, zur Weltausstellung 1998 wurde eine zweite Brücke gebaut. Springbrunnen, üppige Gartenanlagen und mit Blumen übersäte Balkone sind typisch für diese freundliche Stadt, die man auch leicht zu Fuß erkunden kann. Die Alfama (Altstadt) ist eines der interessantesten Viertel Lissabons und steht und neben dem Bairro Alto (der Oberstadt) das einzige, das das Erdbeben im 18. Jahrhundert weitgehend unzerstört überstand. Einst lebten hier wohlhabende Bürger, danach war sie ein ärmeres Wohnviertel. Nach der Sanierung, die den Charme des Viertels erhalten hat, wohnen hier viele Künstler und wohlhabende Singles. In den zahlreichen kleinen Lokalen kann man den Klängen des Fado lauschen, der meist von schwarz gekleideten Sängern zur Gitarrenbegleitung vorgetragen wird.
Einer der besten Ausgangspunkte für einen Stadtbummel ist das Kastell São Jorge, das im 8. Jahrhundert hoch über der Stadt auf den Ruinen einer römischen Festung erbaut wurde und eine schöne Aussicht über Lissabon bietet. Hier trifft man sich zum Picknick oder isst eine Kleinigkeit im Casa do Leão, dem Burgrestaurant. Der Weg hinunter in die Alfama führt an mittelalterlichen Häusern mit schmiedeeisernen Balkonen vorbei, gemütlichen kleinen Cafés und der hübschen Kirche von Santa Luzia. Beeindruckend sind die Fayencekacheln (Azulejos), die viele Häuserfassaden und Kirchen in der Altstadt verzieren. Die Geschichte dieser Kunst kann man im Museu Nacional do Azulejo verfolgen, das in den Kreuzgängen der Kirche Igreja da Madre de Deus untergebracht ist.
Viele alte Bauwerke haben sich auch im Bairro Alto erhalten, einem Geschäftsviertel mit kleinen Läden und Büros. Dieser hochgelegene Stadtteil westlich der Innenstadt ist bekannt für seine guten Restaurants und die Tascas, winzige Gaststuben, die nur aus einem Raum bestehen und Familienbetriebe sind. Das Bairro Alto erreicht man am besten mit der Straßenbahn (zwei Linien fahren hinauf) oder mit dem Aufzug Santa Justa, der Fahrgäste auch zu einer Aussichtsplattform mit Panoramablick bringt. Eine enge Eisenbrücke führt von dort zur Ruine einer Karmelitenkirche aus der Zeit der Renaissance. Eine der Hauptattraktionen des Bairro Alto ist der Botanische Garten, Jardim Botânico, der 1873 eröffnet wurde.
Ebenfalls schön ist ein Besuch in der Estufa Fria, einem Gewächshaus im Parque Eduardo Septimo und der Praça de Marquês de Pombal am Ende der Avenida da Liberdade.
Kunstfreunden wird das Museu Calouste Gulbenkian ein Begriff sein, dessen Exponate der armenische Erdölmagnat Gulbenkian der Stadt stiftete. Es gibt zwei große Abteilungen für Kunst des Orients und des Okzidents. Gemälde der flämischen und niederländischen Schule von Rubens, Rembrandt und Hals finden sich ebenso wie Arbeiten der Impressionisten Renoir, Degas und Manet. Moderne portugiesische Kunst ist im Centro de Arte Moderna vertreten. Unbedingt lohnenswert ist ein Besuch im Museu Nacional de Arte Antiga, das über eine bedeutende Kollektion alter Gemälde verfügt. Weitere sehenswerte Museen liegen im Vorort Belém, etwa 8 km von der Innenstadt. Der Torre de Belém (Belémer Turm) und das Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) sind berühmte Wahrzeichen der Stadt. Das Kloster fasziniert vor allem durch seinen einmaligen Kreuzgang, einem der schönsten der Welt. In den alten Klostergebäuden sind das Museu Nacional de Arqueologia e Etnologia (Archäologie und Ethnologie) und das Museu da Marinha (Marinemuseum) untergebracht. Eines der interessantesten Museen Lissabons ist zweifelsohne das Museu dos Coches (Wagenmuseum) im ehemaligen Marstall. Die prächtigen, überreich verzierten Kutschen suchen ihresgleichen.
Auf dem Weg in die Baixa (Unter- bzw. Innenstadt) kommt man durch die Haupteinkaufsstraße Rua Garrett mit ihren Straßencafés und Boutiquen. Das Kaffeehaus Brasileira ist auch heute noch ein Künstlertreff. Sehenswert ist auch die Kirche Nossa Senhora da Conceição Velha, deren Portal aus dem 16. Jahrhundert stammt. Der Rossio, ein weiträumiger Platz, der auf drei Seiten von klassizistischen Gebäuden eingerahmt wird, ist voller Leben und das eigentliche Herz der Stadt. An seiner Nordseite steht das Teatro Nacional, das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Die von alten Bäumen gesäumte Prachtstraße Lissabons, die elegante Avenida da Liberdade, wird oft mit der Champs-Elysées verglichen. Zahlreiche alte Bürgerhäuser, Straßenmaler und Straßencafés machen den besonderen Reiz dieses Boulevards aus.
Im Umkreis von Lissabon gibt es zahlreiche hübsche Badeorte und schöne Naherholungsgebiete, die sich auch für Tagesausflüge eignen (s. u.).
Die Badeorte Estoril und Cascais sind nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Estoril war einst exklusiver Urlaubsort der Reichen aus aller Welt. Heute hat sich die Stadt den Bedürfnissen des modernen Tourismus angepasst. Der hohe Standard der Hotels am herrlichen Tamariz-Strand ist jedoch erhalten geblieben, heutzutage stehen sie auch Gruppenreisenden zur Verfügung. Sportbegeisterte finden hier ganzjährig ideale Bedingungen. Vor allem Golf, Reiten und Tennis sind populär. Cascais hat sich beinahe noch mehr verändert. Aus einem Fischerdorf mit menschenleeren Stränden ist ein belebter Urlaubsort mit Bars, Nachtklubs und preiswerten, aber erstklassigen Restaurants geworden.
Das Bergstädtchen Sintra mit den malerischen Monserrate-Gärten und einem Antiquitätenmarkt, der zweimal im Monat stattfindet, zählte schon viele berühmte Namen zu seinen Gästen. Die ca. 25 km von Lissabon entfernte einstige Sommerresidenz der portugiesischen Könige ist auf alle Fälle einen Abstecher wert; ebenso Queluz mit dem von herrlichen Gartenanlagen umgebenen Rokokopalast, das Barockkloster von Mafra (1717) und das Fischerdorf Ericeira. Das Dorf Colares ist für seinen Rotwein bekannt. Die farbenprächtigen Fischerboote von Sesimbra sind ebenfalls sehenswert, hier gibt es ausgezeichnete Meeresfrüchte und gute Strände; oberhalb des Dorfes liegt eine alte maurische Burg. Zu erreichen ist das Fischerstädtchen von Lissabon aus in nur 30 Autominuten. Tróia ist ein modernes Ferienzentrum auf einer Halbinsel in der Nähe der Hafenstadt Setúbal. Hier findet man ausgezeichnete Strände, Hotels, Restaurants, Supermärkte, Swimmingpools, Nachtklubs, einen Golfplatz und ein Wassersportzentrum. Setúbal liegt 39 km südlich von Lissabon. Besuchenswert ist die idyllische Altstadt mit einer der schönsten Kirchen des Landes. In dem Dorf Palmela steht eine mittelalterliche Burg (12. Jh.). Das alte Kloster ist heute eine Pousada (s. Unterkunft).

Costa de Lisboa

Diese Region besteht aus der Hauptstadt Lissabon, der Estoriler Küste, der Costa Azul und der Costa Dourada im Süden. Die Millionenstadt Lissabon, rund 10 km von der Atlantikküste entfernt, ist eine Metropole mit interessantem Kultur- und Freizeitangebot. Im Süden liegt der Alentejo, im Norden die Costa de Prata und die Costa Verde. Die Estoriler Küste zieht sich von der Mündung des Tejo bis nach Ericeira am Atlantik hin. In der Umgebung von Lissabon gibt es lange Strände, landschaftlich schöne Fleckchen und sehenswerte Parkanlagen, Burgen und Paläste. An der Costa do Estoril herrscht eine kosmopolitische Atmosphäre mit einem Spielkasino, Restaurants, mehreren Nachtklubs und diversen Sport- und Einkaufsmöglichkeiten (Golf, Reiten, Wassersport). Vila Franca ist eine Hochburg des Stierkampfs. Das Fischerdorf Sesimbra ist ebenfalls einen Besuch wert. Das noch weniger bekannte Urlaubsgebiet Costa Dourada hat schöne Sandstrände.

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