Archiv für die Kategorie „Spanien“
Spanien: Madrid
Madrid
Die Hauptstadt Madrid liegt in der gleichnamigen Region. Der Prado ist eines der bekanntesten Museen der Welt (s. u.). Der Palacio Real, das frühere Königsschloss, das in einem herrlichen Garten aus dem 18. Jahrhundert liegt, beherbergt Gemälde, Wandteppiche, Rüstungen, Teppiche und eine umfangreiche Uhrensammlung. Die Puerta del Sol, von der 10 Seitenstraßen abgehen, ist der Mittelpunkt Madrids. Nach kurzem Bummel in Richtung Südwesten gelangt man zur Plaza Mayor. Der weitläufige Platz ist von Arkaden mit zahlreichen kleinen Geschäften umgeben. Der Prado enthält eine der berühmtesten Gemäldesammlungen der Welt, u. a. Werke von El Greco, Murillo, Goya, Velazquez und Tizian. Das Centro Cultural Reina Sofia mit dem Museum Thyssen-Bornemisza im Villa-Hermosa-Palast gegenüber vom Prado ist äußerst sehenswert; das Museum beherbergt die größte Privatsammlung der Welt.
Ausflüge:
Das Klosterschloss El Escorial liegt etwa 40 km nördlich von Madrid in San Lorenzo del Escorial. Mittelpunkt der Schlossanlage ist die Kirche mit ihrer imposanten Kuppel und den zwei Glockentürmen. Die berühmte Bibliothek enthält den Codex Aureus (1039). 9 km von Escorial entfernt liegt das Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen). Eine riesige Krypta wurde als Mahnmal für die Toten des Bürgerkrieges in den Berg gehauen. General Franco liegt hier begraben. Alcalá de Henares ist der Geburtsort des Dichters Cervantes und Katharina von Aragóns. Aranjuez hat einen berühmten Sommerpalast, und die Casita del Labrador liegt in der Nähe des Flusses Tagus. Im September werden die Ferias Mayores (Jahrmärkte) und zu Ostern die Umzüge der Semana Santa (Heilige Woche) veranstaltet. Das Angebot an Ausflugsfahrten ist groß. Die Reisegesellschaft Viajes Marsans in Madrid veranstaltet eine dreitägige »Burgen-Rundfahrt«. Die Guadarrama-Region bietet ausgezeichnete Wintersportmöglichkeiten. Einzelheiten in der Rubrik Wintersportorte.
Spanien: das Landesinnere
DAS LANDESINNERE: Die Provinzhauptstadt Sevilla ist eine der größten Städte Spaniens; die 500 Jahre anhaltende Maurenherrschaft hat hier zahlreiche Spuren hinterlassen. Die Kathedrale ist das größte gotische Bauwerk der Welt. Sie hat eine äußerst umfangreiche Sammlung gotischer Kunstwerke und Steinmetzarbeiten zu bieten. Von der Giralda, dem 93 m hohen Turm, hat man eine prachtvolle Aussicht. Bedeutend sind außerdem der Alcázar, der Festungspalast der arabischen Könige und der Torre del Oro (1220 m), ein maurischer Festungsturm. In Córdoba im Nordosten stehen weitere Überreste des muselmanischen Weltreichs. Besonders eindrucksvoll sind die bemalten Säulen und Bögen der Moschee aus dem 8. Jahrhundert, dem bedeutendsten religiösen Bauwerk, das die Araber auf europäischem Boden schufen. Das Bauwerk ist heute eine Kathedrale. In Granada steht die Alhambra, die Residenz der maurischen Könige. Der Palast ist umgeben von den wunderschönen Gärten von Generalife. In der prächtigen Kathedrale von Granada liegen die Grabmäler von König Ferdinand und Königin Isabella. Südlich von Granada, etwa 40 km von der Küste entfernt, liegt das Hochland der Sierra Nevada, einer fast horizontal verlaufenden Bergkette mit den höchsten Erhebungen der Iberischen Halbinsel. Eine Straße führt fast bis zum Gipfel des 3400 m hohen Pico de Veleta, außerdem werden Busfahrten dorthin angeboten. In diesem Teil Spaniens kann man einen Winterurlaub mit Wassersport und Strandurlaub an der sonnigen Mittelmeerküste verbinden (s. u.). Capileira (südlich des Pico de Veleta), Borreguiles und Pradollano (beide in der Solynieve-Region) sind viel besuchte Urlaubsorte in den Bergen. Das historische Jaén ist die wichtigste Stadt im Nordwesten der Sierra Nevada. Unter den zahlreichen historischen Gebäuden und Kunstschätzen sind besonders das Museo Provincial (Heimatmuseum), die Kathedrale und die Burg Santa Catalina hervorzuheben. Baeza liegt etwa 48 km von Jaén entfernt. Die aristokratische Bauweise der Herrenhäuser wirkt durch den Goldton der Steine besonders eindrucksvoll. Etwa 10 km von Baeza und 58 km von Jaén entfernt liegt Ubeda mit zahlreichen Renaissance-Palästen.
Navarra und Aragon
Diese einstigen Königreiche liegen südwestlich der französischen Grenze mit den Pyrenäen im Nordosten.
NAVARRA: Die ungefähren Grenzen des ehemaligen Königreiches bestehen noch heute. Navarra und Aragón liegen abseits der Touristenrouten. Neu ist die Weinstraße Ruta del Vino Navarra. In der ehemaligen Haupt- und heutigen Provinzhauptstadt Pamplona findet im Juli anlässlich des San-Fermín-Festes die weltberühmte Corrida (die Stampede der Stiere) statt. Pamplona war die geistige Heimat des amerikanischen Schriftstellers Ernest Hemingway. Seine Bücher »Tod am Nachmittag« und »Fiesta« haben dazu beigetragen, dass Pamplona heute in der Fiestawoche ein viel besuchter Urlaubsort ist. Man sollte frühzeitig buchen und mit verhältnismäßig hohen Preisen rechnen.
ARAGÓN ist landschaftlich verhältnismäßig eintönig mit zahlreichen abgelegenen Ebenen. Zahlreiche Könige residierten in der heutigen Provinzhauptstadt Zaragoza (Saragossa). Wie fast alle größeren Ortschaften in Aragón liegt auch Zaragoza in einer Huerta, einer schmalen Oase am Flussufer. Die Universitätsstadt hat eine mittelalterliche Kathedrale und ein ausgezeichnetes Museum. In der Umgebung gibt es einige Weinbaugebiete, z. B. Borja und Cariñena sowie zahlreiche Burgen. Huesca, eine wichtige Marktstadt, liegt an den Ausläufern der Pyrenäen. Die Umgebung bietet ein breit gefächertes Angebot an Freizeitaktivitäten, wie z. B. einen Besuch im Parque Nacional de Ordesa, ausgezeichnete Möglichkeiten zum Wandern und Bergsteigen oder eine Fahrt zum Urlaubsort Arguis in der Region Puerto de Monrepós; schön sind auch Tagestouren zum Kurort Balneario de Panticosa oder zur hoch gelegenen Grenzstadt Canfranc.
ALICANTE, COSTA BLANCA
ALICANTE/COSTA BLANCA: Weiter südlich an der Küste liegt die Stadt Alicante, Mittelpunkt der Costa Blanca (weiße Küste). Die Maurenburg Santa Barbara beherrscht das Stadtbild. Von Alicante lohnt sich ein Ausflug ins Landesinnere nach Guadalest. Das Dorf ist wie ein Adlernest hoch in den Bergen gelegen, und die letzten Meter können nur zu Fuß oder mit dem Esel bewältigt werden. Die Burgen in Novelda und Villena sind nur zwei der zahllosen historischen Stätten. Elche bietet dem Naturinteressierten den berühmten Palmenhain mit über einer Millionen Palmen und einen Botanischen Garten. Jedes Jahr im August werden mittelalterliche Mysterienspiele in der Basilica aufgeführt. Die Region Costa Blanca ist in den letzten Jahren erheblich ausgebaut worden; fast alle Küstenstädte von Dénia bis Pilar de la Horadada, von Orihuela über Villena und Alcoi bis nach Valles de la Marina Alta sind heute Touristenorte. Die Strände hier sind auch von besonderer Schönheit wie beispielsweise bei San Juan in Alicante, Santa Pola oder Guardamar. Die Costa Blanca ist aber auch bekannt für ihre Sport- und Fischereihäfen sowie für die Obst- und Gemüseanbaugebiete. 5 km abseits der Hauptstraße, die an den Stadtmauern der Stadt Calpe vorbeiführt, ragt der sehenswerte Peñón de Ifach (Felsen von Ifach) aus dem Meer. Ein Tunnel führt zu dem legendären Monolithen, der eine Höhe von 300 m erreicht.
Spanien, Wintersportorte
Spanien bietet zahlreiche Wintersportmöglichkeiten. Oft kann man den Skiurlaub mit einem Badeurlaub kombinieren, die Penibetische Bergkette ist dafür besonders geeignet. Die zahlreichen Wintersportorte haben alle modernen Annehmlichkeiten, es stehen ausgezeichnete Pisten zur Verfügung. Unterkünfte findet man in guten Hotels, Gasthöfen oder Berghütten. Die fünf größten Skigebiete Spaniens befinden sich in den Pyrenäen, im Kantabrischen Gebirge, im Iberischen Randgebirge, im Kastilischen Scheidegebirge und in den Betischen Kordilleren. Diese Gebirge haben mannigfaltige Attraktionen und eignen sich zum Bergsteigen so gut wie zum Wintersport. Anschließend folgt eine kurze Beschreibung der Wintersportorte. Weitere Informationen erhält man vom Spanischen Fremdenverkehrsamt (s. Adressen), das zahlreiche Broschüren mit Informationen über Unterkünfte, Verkehrsverbindungen, detaillierten Beschreibungen der Urlaubsorte usw. herausgibt.
Spanien – Kastilien
Kastilien, das Gebiet des oberen Ebro, hieß bis um 800 Bardulien (nach dem Stamm der dort lebenden Bardulier). Der Name Kastilien ist erstmals in einer lateinischen Urkunde aus dem Jahr 800 bezeugt, wo von einer Kirche in territorio Castelle („im Burgenland”) die Rede ist. Diesen Namen verdankte die Region den vielen Kastellen (lateinisch castella, spanisch castillos), die dort zum Schutz vor Angriffen der Araber errichtet worden waren. Das Land wurde im 8. und 9. Jahrhundert von den Königen von Asturien und später dessen Nachfolgereich León im Kampf gegen die Araber erobert. Sie ließen es durch einheimische Grafen verwalten. Die Grafen von Burgos erhoben sich um 925 gegen den König von León und bauten das Gebiet zu einer selbständigen Herrschaft aus, zunächst als Bündnispartner des Kalifen von Córdoba.
Ferdinand González wird im 10. Jahrhundert als erster Graf von Kastilien. Durch Aufstände gegen die Könige Ramiro II. (931-950), Ordoño III. (950-957) und Sancho I. (957-966) suchte er die Unabhängigkeit seines Landes von León zu erreichen, obwohl vergeblich.
Sein Sohn García Fernandez herrschte auch bis zum Jahr 1000 fast selbständig. Dessen Sohn und Nachfolger Sancho hinterließ die Herrschaft seinem Sohn, dem Grafen García und nach dessen Ermordung 1026 ging sie auf Sanchos Schwiegersohn, den König Sancho Mayor von Navarra über, bei dessen Tod im Jahr 1035 sein Sohn Ferdinand Kastilien erbte.
Dieser besiegte am Río Carrión 1037 seinen Schwager, den König Bermudo III. von León, der in der Schlacht fiel und vereinigte hierauf ganz León mit seiner bisherigen Herrschaft zum Königreich Kastilien, das unter Ferdinands Fürsorge und verständiger Regierung immer mehr zu Glück und Macht emporstieg. Er schlug in der Schlacht von Atapuerta 1054 einen Angriff seines neidischen Bruders Garcias von Navarra zurück; vereinigte das navarresische Gebiet auf dem rechten Ebroufer mit Kastilien und erweiterte durch glückliche Kämpfe mit den Arabern die Grenzen seines Reichs beträchtlich nach Süden.
Bei seinem Tode 1067 teilte er sein Reich unter seine drei Söhne, von denen Sancho II. Kastilien, Alfons León und Asturien sowie García Galicien erhielt. Indes Sancho II. (1067-1072) vertrieb seine Brüder; nach feigem Meuchelmord (nicht bewiesen) bemächtigte sich sein Bruder Alfons VI. (1072-1109) des Reichs und teilte sich 1076 mit Aragonien in das Königreich Navarra. Er regierte mit Weisheit und Kraft und führte siegreiche Kriege gegen die Mauren im Zuge der Reconquista (Rückeroberung). In der unglücklichen Schlacht bei Ucles verlor er 1080 seinen einzigen Sohn Sancho. Unter ihm wurde das römisch-hierarchische Kirchensystem auch in Kastilien begründet.
Seine Tochter Urraca (1109-1126 Königin v. León-Castilla) war Thronfolgerin. Sie vermählte sich auf Wunsch des Vaters mit Alfons I. von Aragonien, doch gereichte die Vereinigung beider Reiche zu einem Königreich Hispanien keinem zum Segen. Nach einem blutigen Bürgerkrieg, aus dem Portugal 1139 als unabhängige Nation hervortritt, trennten sich die Königreiche wieder. Dank der Hilfe des kastilischen Adels konnte die „Königin von Spanien”, Urraca, ihrem Sohn Alfons VII. Raimundez das Königreich erhalten.
Kastilien mit León und Galicien wurde das Gebiet Alfons VII. (1127-1157), welcher den Titel eines „Kaisers von Spanien” annahm und tapfer gegen die Araber focht. Unter seinen Söhnen und Nachfolgern wurde das kastilische Reich zerrissen, indem León, Galicien, Asturien und Navarra sich unabhängig machten.
In Kastilien folgte auf Alfons VII. Alfons VIII., der Edle (1157-1214). Dieser hinterließ die Krone seinem elfjährigen Sohn Heinrich I., der jedoch schon 1217 tödlich verunglückte.
Nun brachen wieder heftige Bürgerkriege aus, bis 1230 durch einen Vertrag Ferdinand III., Sohn von Heinrichs Schwester Berengaria und dem König Alfons IX. von León, als König von Kastilien und León anerkannt und dabei festgesetzt wurde, dass beide Staaten in Zukunft ein einziges, unteilbares Reich bilden, die Erbfolge auf den ältesten Sohn und in Ermangelung männlicher Erben auf die weibliche Linie übergehen sollte. Ferdinand III., der Heilige (1230-1252), war ein ebenso weiser Regent wie tapferer Feldherr; er eroberte 1236 Córdoba, 1248 Sevilla und brachte das Land bis zur Südküste unter kastilische Herrschaft, ja sogar Granada in Lehnsabhängigkeit von Kastilien.
Ihm folgte 1252-1284 sein ältester Sohn, Alfons X., der Weise, der mit großer Freigebigkeit Künste und Wissenschaften unterstützte. Er bedrückte aber das Land mit neuen Steuern und erregte dadurch, dass er die Söhne seines erstgeborenen Sohns Ferdinand vom Thron ausschloss und seinen zweiten Sohn Sancho zum Nachfolger bestimmte, einen Thronstreit, an dem sich namentlich Frankreich beteiligte und der Kastiliens Macht bedeutend schwächte, das Volk verwilderte und den Adel zu Trotz und Überhebung verleitete. Unter Sancho IV. (1284-1295) brach bereits eine Empörung der mächtigen Edelleute aus. Gegen den minderjährigen Ferdinand IV. (1295-1312), dessen legitime Geburt angezweifelt wurde, erhoben sich mehrere Prätendenten und auch die Nachbarreiche suchten sich auf Kosten Kastiliens zu vergrößern; aber seine Mutter María de Molina, welche die Regentschaft führte, wusste diese Gefahren durch Weisheit und Standhaftigkeit zu überwinden. Neue Streitigkeiten brachen aus, als nach Ferdinands plötzlichem Tode die Krone an dessen zweijährigen Sohn Alfons XI. (1312-1350) fiel; das Reich wurde durch diese inneren Kämpfe völlig zerrüttet.
Erst 1335 gelang es Alfons, durch Grausamkeit und Hinterlist, der Empörungen Herr zu werden und durch die Bewilligung der Alcavala (einer Steuer) eine unabhängige Stellung zu gewinnen. Er eroberte darauf 1344 Algeciras und starb bei der Belagerung von Gibraltar 1350.
Karte Kastiliens von 1360
Ihm folgte Peter der Grausame (1350-1369), der durch seine Greueltaten eine Erhebung seines Halbbruders Heinrich von Trastámara veranlasste und 1369 von diesem bei Montiel geschlagen und getötet wurde.
Heinrich II. (1369-1379) behauptete den Thron gegen Peters Schwiegersohn Johann von Lancaster (John of Gaunt) und erwarb Vizcaya.
Sein Sohn Johann I. (1379-1390) führte Krieg mit Portugal und England, um den Besitz seines Throns, aber 1387 im Vertrag von Bayonne mit dem Haus Lancaster und 1389 mit Portugal. Ihm folgte der elfjährige Heinrich III. (1390-1406), dessen Minderjährigkeit Streitigkeiten über die Reichsverwaltung veranlasste, die das Land furchtbar zerrütteten. Da erklärte sich der junge 14-jährige König 1393 für mündig, vermählte sich mit Katharine von Lancaster und führte die Regierung selbst und dies mit großer Energie. Unter ihm wurden 1402 die Kanarischen Inseln neuentdeckt.
Durch die Heirat von Isabella I. von Kastilien und Fernando II. von Aragón, der Katholischen Könige, im Jahr 1479 wurde Kastilien mit Aragonien politisch vereinigt. In wirtschaftlicher Hinsicht standen die Königreiche aber weiter Rücken an Rücken: Aragón war mehr auf das Mittelmeer ausgerichtet, während für Kastilien bereits der Atlantische Ozean eine größere Bedeutung besaß. Die Entdeckung und Eroberung Amerikas ab 1492 erfolgte daher im Namen der Krone von Kastilien – theoretisch waren die Untertanen der Krone von Aragón in Spanisch-Amerika Ausländer.
Quelle: Wikipedia
Spanien – Cacabelos
Die ältesten Belege für menschliche Anwesenheit in Cacabelos datieren auf das Paläolithikum, das zeigen archäologische Funde in den Terrassen des Río Cúa. Die nächsten Zeugnisse (Objekte aus Metall, Keramik) stammen erst aus Bronze- und Eisenzeit und verweisen auf die Castrokultur, hier vertreten durch Castro Vizcaíno und Castro Ventosa.
Die antiken Autoren Florus und Orosius berichten über den Krieg gegen die Asturer in den Jahren 25 bis 19 vor Christus. Er endete mit der Einnahme der Stadt Bergida. Den folgenden Prozess der Romanisierung wird perfekt durch das Entstehen der jetzt römischen Siedlung Bergidum Flavium widergespiegelt. Die Stadt wird von Ptolemäus und im Itinerarium Antonini erwähnt und soll sich auf der Höhe des jetzigen Friedhofs befunden haben. Von hier aus verwalteten und kontrollierten die Römer die Ausbeutung der zahlreichen bercianischen Goldvorkommen, eines davon auf dem Gemeindegebiet am See von Villabuena.
Im fünften Jahrhundert ließen sich die Sueben im Nordwesten nieder, im darauffolgenden Jahrhundert wurde die Zone von den Westgoten annektiert. Der suebische Priester beschreibt Bergido als zur Dioszöse Astorga gehörig, die Münzen des Westgotenkönigs Sisebuts wurden in Bergido geprägt und schließlich berichtet auch der bercianischen Einsiedler Valerius in seiner Autobiographie von einer westgotischen Siedlung auf dem heutigen Gemeindegebiets Cacabelos. Bergido verschwand nach der maurischen Invasion im 7. Jh. zunächst nicht, sondern lebte als Ventosa fort. Später verfiel es jedoch und wurde schließlich komplett verlassen.
Cacabelos wird erstmals im 10. Jh. in einer Schenkungsurkunde König Vermudos II. zugunsten des Klosters Carracedo erwähnt. Im Jahre 1108 ließ der Erzbischof von Santiago de Compostela, Diego Gelmírez, den Ort wieder aufbauen und die Kirche Santa María errichten, von der heute noch die alte Apsis besteht. Die Bautätigkeit provozierte eine hitzige Auseinandersetzung mit dem Bischof von Astorga, in dessen Diözese der Ort lag. Der Streit endete 1138 mit der Schenkung Cacabelos’ an Gelmirez, was dem Ort eine Sonderstellung einbrachte: Der Ort unterlag nicht nur erzbischöflichen Rechtsprechung sondern gehörte auch bis 1890 als einziger Ort weit und breit zu einer weit entfernten Diözese. Im 11. Jh. wurden auch Villabuena mit einem königlichen Palast erwähnt und Pieros, dessen Kirche 1086 Bischof Osmundo weihte.
Cacabelo, am Jakobsweg an einer Brücke gelegen, wuchs im Mittelalter – nach seinen Kirchen zu urteilen – ununterbrochen: Santa María de la Plaza, Santa María de la Edrada und Santa María “circa pontem”. Darüber hinaus gab es fünf Pilgerhospize: San Lázaro, Santiago, Santa Catalina, Alfonso Cabirto, Inés Domínguez. Der Ort prosperierte aufgrund erfolgreicher Landwirtschaft, dem Beherbungsgeschäft mit den Pilgern und des Zuzugs fränkischer Pilger. Indiz einer florierenden Handelstätigkeit war – wie für Cababelos belegt – eine jüdische Gemeinschaft vor Ort.
1291 gestand Sancho IV. Cababelos eine fünfzehntägige Messe (Feria) abzuhalten zu, die traditionell im Mai abgehalten wurde und wird. Später hielt man weitere Ferias zu San Miguel und San Bartolomé ab. In Villabuena wurde im 13. Jh. das zisterziensische Wilhemskloster (Monasterio de San Guillermo) gebaut, zum Herrschaftsbereich des Frauenklosters gehörten Quilós und Arborbuena, die in diesem Jahrhundert erstmals erwähnt wurden.
Mit Beginn der Neuzeit wurde Cacabelos in die Markgrafschaft (Marquesado de) Villafranca eingegliedert. Dies geschah durch Beerben des Conde de Lemos, dem Erzbischof Rodrigo de Luna den Ort 1458 geschenkt hatte. Per Verkauf durch die Äbtissin von San Guillermo kamen auch die Orte Quilós, Arborbuena und Villabuena zum Marquesado. Kurz darauf verlor auch San Guillermo seine Eigenständigkeit und wurde dem Kloster San Miguel de las Dueñas unterstellt. Zu dieser Zeit war Cacabelos ein Ort von einigen tausend Einwohnern mit mehreren Kirchen, Quilós, Pieros oder Villabuena waren kleine Weiler, die gemeinsam selten die Zahl von 100 Einwohnern überschritten.
Das 19. Jh. begann mit dem Spanischen Unabhängigkeitskrieg Anfang Januar 1809 kreuzten Engländer und Franzosen bei Cacabelos die Waffen, bei der Schlacht stirbt der napoleonische General Colbert. Mit dem Wegfall grundherrschaftlicher Rechtsprechung wird Cacabelos Municipio, das Quilós, Arborbuena und Pieros mitverwaltet. Die Gemeindefläche beträgt 19,5 km², 1857 werden 2.214 Einwohner gezählt, 1.410 davon in Cacabelos selbst. Landwirtschaft, insbesondere Weinanbau, Messen und Handelsaktivitäten machen den Ort zu einer der dynamischsten Ansiedlungen der Gegend.
Die Reblausplage vernichtete den größten Teil der Weinanbauflächen und brachte neben einer starken Rezession auch einen Rückgang der Bewölkerungszahl mit sich (1900: 2.180 Ew). Erst im 20. Jh. gewann man die verlorenen Flächen mit Hilfe amerikanischer Reben zurück, wichtige Keltereien und eine Weinkooperative konnten sich etablieren. Im Rhythmus der wirtschaftlichen Erholung wuchs die Bevölkerung und verbesserte sich die Infrastruktur: Parks und Plätze wurden gestaltet, die öffentliche Schule und das Gymnasium, Gesundheitszentrum, Seniorenheim, Sporthalle und Schwimmbad werden eröffnet. In den 1990 Jahren wurde um die Kirche herum eine Pilgerherberge angelegt.
Quelle: Wikipedia
Spanien – Provinz León
Die Provinz León (leonesisch:Llion) ist eine Provinz im Nordwesten Spaniens. Sie hat 498.223 Einwohner (2006) und gehört zur Autonomen Region Kastilien-León. Hauptstadt und größte Stadt ist León, die zweitgrößte Stadt ist Ponferrada.
Im Norden grenzt die Provinz an Asturien und Kantabrien, im Westen an die Region Galicien, im Süden an Zamora und Valladolid und im Osten an Palencia. Sie hat eine Fläche von 15.581 km². In der landschaftlich sehr reizvollen Provinz, zwischen den Gebirgen Nordspaniens und der Hochebene gelegen, gibt es verschiedene Naturparks (Parque nacional de los Picos de Europa, Los Ancares, Las Médulas, Cueva de Valporquero).
Was das Kulinarische betrifft, sind die Wurstspezialitäten (Embutidos) und die Weine (Bierzo, Valdevimbre-Los Oteros) zu erwähnen. Durch die Provinz führt in Nord-Süd-Richtung die Ruta de la Plata und in Ost-West-Richtung der Jakobsweg (span. Camino de Santiago). In einigen Gegenden Léons spricht man leonesische, einen altertümlichen Dialekt, der dem Asturischen sehr nahe steht, die zusammen einen Übergang zwischen Galicisch- Portugiesisch und dem eigentlichen Kastilisch (Spanisch) bilden, eine iberoromanische Sprache.
Quelle: Wikipedia
Spanien – Saragossa
Die Stadt wurde zwischen 24 und 12 v. Chr. von den Römern unter dem Namen Colonia Caesaraugusta gegründet. Auf diese lateinische Bezeichnung geht der heutige Name Zaragoza zurück. 380 n. Chr fand die Synode von Saragossa statt.
Seit dem 8. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Kalifat von Córdoba und war ein Vorposten im Kampf gegen die christlichen Königreiche in Nordspanien. Nach dem Zerfall des Kalifats in die Taifa-Königreiche machten sich die Hudiden in Saragossa selbständig. 1118 konnte das christliche Königreich Aragón die Stadt von den Muslimen erobern und zur neuen Hauptstadt des Landes erheben.
J.B. Martínez del Mazo: Ansicht von Saragossa, um 1647 (auch Diego Velázquez zugeschrieben)
Während des Unabhängigkeitskrieges gegen Napoleon wurde Saragossa vom 15. Juni bis 13. August 1808 erfolglos belagert (siehe: Belagerung von Saragossa (1808)). Am 21. Dezember 1808 begann eine erneute Belagerung von Saragossa, die am 21. Februar 1809 mit der Kapitulation der Stadt vor den französischen Truppen endete (siehe: Belagerung von Saragossa (1809)).
Am 16. Dezember 2004 entschieden die Delegierten des Bureau International des Expositions in Paris, dass Saragossa die Expo 2008 (Weltausstellung) ausrichten durfte. Saragossa setzte sich gegen Triest und Thessaloniki durch.
Aus touristischer Sicht kann Saragossa zwar nicht mit Städten wie Sevilla oder Barcelona konkurrieren, hat aber durchaus die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu bieten. Das Stadtbild ist recht modern, im Stadtkern liegt die Altstadt (casco viejo). Wie in einigen spanischen Städten verfällt der historische Stadtkern zusehends, da viele Einwohner Saragossas aus der Innenstadt in moderenere Wohnanlagen am Stadtrand gezogen sind. Am Wochenende jedoch quillt dieser Stadtteil über, da eine Bar neben der anderen Jung wie Alt anzieht. Jedoch ist damit zu rechnen, dass durch die Weltausstellung Expo 2008 auch der Stadtkern grundlegend restauriert wurde.
Am nördlichen Ende der Altstadt liegt das Wahrzeichen der Stadt, die Basilica del Pilar. Sie ist das größte barocke Bauwerk Spaniens, das zu Ehren der Jungfrau Maria erbaut wurde. In ihr steht eine Säule (span.: el pilar), auf der die Jungfrau Maria erschienen sein soll. Vor dem Bauwerk liegt ein beeindruckender Platz, die “Plaza del Pilar”. Direkt neben diesem steht die Catedral de la Seo, die älteste Kirche Saragossas.
Auch das größte Fest der Stadt findet zu Ehren der Jungfrau von der Säule (”Virgen del Pilar”) statt. Das Fest zieht Besucher aus ganz Spanien an und findet seinen Höhepunkt am 12. Oktober, der auch Nationalfeiertag in Spanien ist. Es werden der Jungfrau zu Ehren in einer beeindruckenden Zeremonie Blumenteppiche und Blumengestecke auf dem Platz vor der Basilica del Pilar niedergelegt.
Nach der Basilica del Pilar ist noch der Aljafería-Palast beeindruckend. Er wurde im 11. Jahrhundert auf Befehl von Abū Dschaʿfar Ahmad I. ibn Sulaimān ibn Hūd, Muqtadir, (regiert von 1046 bis 1081/1082), der maurischen Dynastie der Banu Hūd erbaut worden und trägt seinen Namen: (Qasr) al-Dschaʿfariyya. Später wurde er von den Königen Aragoniens genutzt. Heute wird er als Sitz des Regionalparlaments von Aragonien verwendet. Die Aljafería ist das einzige vollständig erhaltene maurische Bauwerk in Saragossa.
Quelle: Wikipedia
Spanien – Pamplona
Pamplona liegt in einer kleinen Hochebene auf 443 m ü. NN am Fluss Arga. Die Umgebung der Stadt ist bergig, der höchste Berg der Umgebung ist der Peña Izaga mit 1.353 m. Es handelt sich hierbei um einen Pyrenäen-Ausläufer. Das Stadtbild wird von einer großen und gut erhaltenen Zitadelle und einer großen Kathedrale geprägt. Zentrum ist die Plaza del Castillo mit ihrem Ausläufer zu den alten Burgos (Märkte) vor dem Rathaus an der Plaza de la Constitución.
In Pamplona herrscht ein Übergangsklima zwischen maritimen und kontinentalem Klima. Die Sommer sind trocken und warm, die Winter eher feucht und kühl.
74 v. Chr. wurde es von Pompeius als Pompeiopolis an Stelle einer einheimischen Siedlung neu gegründet. Noch zu seinen Lebzeiten verballhornte es zu Pompaelo. Die Stadt diente der Absicherung des Pyrenäenüberganges von Roncesvalles.
Pamplona wurde im Lauf seiner Geschichte mehrmals zerstört:
466 von den Westgoten,
542 von Franken,
778 durch Karl den Großen auf seinem Rückzug von Zaragoza/Saragossa, weil er keine befestigte Stadt im Rücken wollte,
924 durch Abd ar-Rahman III. und schließlich im Jahre
1521 während des Franz.-Span. Krieges durch Truppen Franz I.
Ihre Lage am Jakobsweg aus Frankreich verschaffte der Hauptstadt Navarras einen Aufschwung im 11. Jahrhundert. Mit der Aufteilung dieses Landes kam die Stadt letztendlich zu Spanien. Pamplona wurde zur Festung ausgebaut und behielt diesen Status bis in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts hinein.
Nach dem Fall des römischen Reiches und während der Westgotenzeit vom vierten bis achten Jahrhundert, blieben die Vasconen unabhängig, obwohl es wahrscheinlich ist, dass die befestigte Stadt Pamplona von den Westgoten – möglicherweise nur zeitweise – beherrscht wurde. Es ist auch bekannt, dass einige pamplonesische Bischöfe bei den Konzilen von Toledo erschienen sind. Ab 409 nahmen die Westgoten auf die Geschicke Pamplonas Einfluss. Es wurde von Franken unter Childebert I. im Jahr 542 erobert.
Seit dem 6. Jahrhundert Bischofssitz, wurde Pamplona zum Zentrum der baskischen Christianisierung.
Während des achten Jahrhunderts beherrschten Mauren und Franken mit Unterbrechungen die Stadt. Die bekannteste Episode dieser dunklen Periode war die Zerstörung der Stadtmauern, die Karl der Große nach seinem gescheiterten Feldzug nach Saragossa 778 veranlasste. Er wurde hinterher in der berühmten Schlacht von Roncesvalles besiegt. Im Jahr 781 eroberte Abd ar-Rahman I. mit seinem Heer die Stadt zurück.
Während des späten achten Jahrhunderts lavierte Pamplona mit seinem Gebiet zwischen zwei mächtigen Staaten, war aber nicht imstande, seine Herrschaft über die baskische Region dauerhaft zu sichern. Dieser Wechsel spiegelte sich auch in internen Kämpfen der baskischen Ritterschaft wider. Schließlich wurde 824 Iñigo Arista zum König in Pamplona gekrönt. Dieses Königreich stärkte seine Unabhängigkeit vom geschwächten Frankenreich und dem Kalifat von Córdoba. Während dieser Periode war Pamplona eigentlich keine Stadt sondern mehr eine Art Festung. Ab 905 war es Hauptstadt des Königreiches Navarra. Nach der Zerstörung unter Abd ar-Rahman III. im Jahr 924 wurde Pamplona zum Landflecken.
Vom 11. Jahrhundert an ließ die wiederbelebte ökonomische Entwicklung Pamplonas städtisches Leben erblühen, begünstigt durch die mittelalterlichen Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela. Die Bischöfe von Pamplona gewannen ihre kirchlich führende Rolle zurück, während in den vorhergehenden Jahrhunderten abgeschiedene Klöster, besonders das Kloster San Salvador de Leyre, wirklichen Einfluss auf die religiöse Macht hatten. Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela trugen viel dazu bei, den kommerziellen und kulturellen Austausch mit dem christlichen Europa über die Pyrenäen hinweg wiederzubeleben.
Einen großen Aufschwung nahm Pamplona unter König Sancho Mayor (1000-1035), aus dessen Politik der Öffnung des Landes und der Förderung der Pilgerei die Gründung der Frankenviertel San Nicolas und San Cernin resultierte. Zwecks Förderung der Ansiedlung stattete er die neugegründeten Viertel mit verschiedenen Sonderrechten, den Fueros, aus. Diese Privilegien entfachten den Neid der Basken in der Navarrería, dem Ur-Pamplona, und es gab blutige Fehden im Gebiet der heutigen Stadt.
Im 12. Jahrhundert vergrößerte sich der Ort um jene zwei Burgos (unabhängige Stadtbezirke): San Cernin und San Nicolás, in denen die Bevölkerung lokaler Navarresen um französische Kaufleute und Handwerker anschwoll. Das alte Pamplona und die neuen Burgos lagen fast immer im Streit untereinander. Die dramatischste Episode war die Zerstörung der Navarrería durch die anderen zwei Orte und das Massaker an seiner Bevölkerung im Jahr 1276. Der alte Ort blieb fast fünfzig Jahre lang verlassen. König Karl III. von Navarra ordnete mit dem „Privilegio de la Unión” die Vereinigung der Städte zu einer einzigen Stadt im Jahr 1423
Wie in vielen anderen europäischen Städten ist sehr einfach zu unterscheiden, was die alte Stadt (Casco Viejo) ist und was die neuen Stadtbezirke sind. Der älteste Teil der Altstadt ist Navarrería, das der Fläche der römischen Stadt entspricht. Während des 12. Jahrhunderts wurden die Stadtbezirke Sankt Sernin (San Saturnino oder San Cernin) und Sankt Nikolaus (San Nicolás) gegründet. König Karl III. von Navarra verordnete den Zusammenschluss der drei Orte zu einem einzigen Gemeinwesen anno 1423.
Die Stadt wuchs bis ins späte 19. Jahrhundert nicht mehr in die Breite. Natürlich wuchs ihre Bevölkerung und so ihre Dichte. Die Ausbreitung der Stadt wurde vom Militär behindert, weil das Festungssystem von Pamplona strategisch wichtig für die Verteidigung der Westpyrenäen und später bei den Kämpfen gegen Carlisten entscheidend war. Es war verboten, neben den Wallanlagen zu bauen. Im Jahr 1888 wurde eine kleine Änderung des Forts erlaubt, aber sie ermöglichte gerade den Bau von sechs Häuserblöcken. Sie wurde I Ensanche (erste Erweiterung) genannt. Die Entwicklung der militärischen Technologie im Ersten Weltkrieg überzeugte die spanische Regierung, dass die Wälle und das Fort von Pamplona überholt waren. Die südlichen Stadtmauern wurden abgerissen und die II Ensanche (zweite Erweiterung) wurde geplant. Ihr Plan folgte dem Modell, das von Ildefons Cerdà für Barcelona entworfen worden war. Seine Blöcke wurden zwischen den 1920er und 1950er Jahren errichtet. Es herrschten fünf bis achtstöckige Wohnanlagen vor.
Bekannt ist Pamplona vor allem für die alljährlichen Sanfermines vom 6. Juli bis 14. Juli, die traditionell zu Ehren des Schutzpatrons von Pamplona, Firmin der Ältere von Amiens, abgehalten werden. Dazu wird San Fermín aus seiner Kapelle in der Kirche San Lorenzo in einer Prozession, bei der auch Gigantes genannte große Pappmachéfiguren mitgeführt werden, an die Kirche San Cernín vorbei zum Dom und dann wieder zur Kirche San Lorenzo überführt. Die Teilnehmer der Prozession sind weiß gekleidet und tragen rote Halstücher und Schärpen (manchmal auch Baskenmützen) zu weißem Hemd und weißer Hose.
Die größte Attraktion der Sanfermines sind noch vor den Stierkämpfen (in der Stierkampfarena bestreiten pro Tag drei Matadore jeweils zwei Stierkämpfe) die Stierläufe (spanisch encierros), die jeden Morgen – außer am Eröffnungstag – durch die Straßen Calle Santo Domingo – Plaza del Ayuntamiento – Calle Mercaderes – Calle Estafeta zwischen den am Rand der Altstadt gelegenen Ställen und der Stierkampfarena stattfinden. Der Ursprung dieses Brauches liegt in einem Viehmarkt anlässlich des Patronatsfestes, zu dem die Metzgerburschen jeden Morgen das zu verkaufende Vieh trieben.
Beim Stierlauf darf niemand stehenbleiben oder rückwärtslaufen. Ferner dürfen weder schwangere Frauen noch Kinder teilnehmen. Die Polizei versucht, diese Regeln durchzusetzen und offensichtlich alkoholisierte Teilnehmer zu entfernen. Trotzdem werden jedes Jahr Teilnehmer verletzt oder getötet.
Ähnlich wie die Corrida ist auch der Encierro zwischen Anhängern und Gegnern stark umstritten. Eine spektakuläre Aktion startete beispielsweise die Tierschutzvereinigung PETA mit einem Nacktlauf, zwei Tage vor den Sanfermines, bei dem bis zu 1000 PETA-Aktivisten nackt durch Pamplona liefen.
Ernest Hemingway machte durch seinen Roman Fiesta nicht nur die Stierläufe, sondern auch die ihn faszinierende Stadt weltberühmt.
Quelle: Wikipedia

